2024 mit dem SuperB Diesel, dieses Jahr mit dem Tesla Model Y Long Range. Hier mal die beiden Urlaube im Vergleich:
Der Wohnwagen war jeweils der selbe: Unser kleiner Weinsberg, der beladen ca. 1,2 Tonnen wiegt und die Aerodynamik eines Backsteins hat. Ohne die Zahlen vorher exakt zu kennen, bin ich davon ausgegangen, dass der SuperB mit Hänger ungefähr 8 Liter verbraucht. Ich rechne den Verbrauch des Tesla immer intern mal 4, also bin ich von 32 kWh ausgegangen. Der Verbrauch beim SuperB ist hier niedriger, weil wir uns in Dänemark auch ohne Anhäner bewegt haben, wenn dieser für ein paar Tage auf dem Campingplatz stand und wir Ausflüge unternommen haben. In der Praxis lag der Verbrauch dann tatsächlich teilweise auf der Autobahn über 10 Litern. Der Tesla kam in der Spitze teilweise auf reale Verbrauchswerte von rund 55 kWh auf 100 km, da sind dann schon die Verluste bei Ladung und Entladung mit drin. Wieso also hier eher Faktor 5 zum Dieselverbrauch? Das liegt wohl an den höheren, durch den Innenwiderstand der Batterie verschuldeten Verlusten. Mit Tempo 100 mit Hänger auf der Autobahn fahren kann man schon machen mit dem Tesla, aber es ist halt ein bisschen so wie T-Träger mit dem Akkuwinkelschleifer durchtrennen.
24 Ladestopps ?! Das treibt einen doch in den Wahnsinn, oder? Teilweise, ja. Vor allem auf der An- und Abreise ist das maximal nervig, in Dänemark selbst war es relativ OK, weil man das Laden immer mit etwas Nützlichem verbinden konnte, wie z.B. dem Besuch eines "Loppemarked" oder einem Einkauf. Die Ladeinfrakstruktur ist auch noch mal ein bisschen besser als in Deutschland. Man findet auch in recht kleinen Dörfern eine Säule mit mehr als 150 kW, sodass man immer innerhalb von Minuten eine ausreichende Ladung bekommt. Auch die Anzahl an Ladepunkten ist immer ausreichend, uns ist kein einziges Mal Ladestau passiert.
Die Preise? In Dänemark geht Schnellladen bei knapp unter 40 ct los und kostet selten mehr als 50 ct. Sodass es insgesamt ein bisschen günstiger ist als in Deutschland. Gleichzeitig liegt der Diesel etwas höher, sodass es in Dänemark eher wirtschaftlich sein kann, elektrisch unterwegs zu sein.
Das Tempo auf der Landestraße, in der Regel 80 km/h, kommt der Elektromobiliät auch sehr entgegen. 80 km/h ist das ideale Umfeld, in dem der Tesla auch mal die 600 km Reichweite schaffen kann. Natürlich fährt sich das der SuperB auch bei unter 4 Litern, was ihn dann auf 1800 km Reichweiten kommen lässt.
Mein größter Alptraum wurde zum Glück nicht wahr: Wir mussten den Anhänger kein einziges Mal abkuppeln und haben immer eine Möglichkeit gefunden, mit Hänger zu laden und trotzdem so gut wie nirgends im Weg zu stehen. Dazu trägt teilweise auch die Software vom Tesla bei, die nur als Gespann anfahrbare Stationen auswählt. Aber auch die Infrakstruktur in Dänemark, die fast immer anhängergerecht ausgeführt ist.
Wo hat der Tesla definitiv gewonnen?
1. Leistung: Du kannst mit Wohnwagen immer noch einen Ampelsprint gegen einen Golf gewinnen. Wenn Du das Gaspedal runterdrückst, fühlst Du die 1,2 Tonnen Zusatzgewicht kaum, das ist wirklich großartig. Ausserdem fährt der Tesla mit Hänger überall 100, nicht so wie der VW-Bus damals in den Kasseler Bergen...
2. Frunk: Tatsächlich als zusätzliches Wäschefach ideal, die 80 Liter haben für die Schmutzwäsche im Urlaub gereicht und waren so nicht im Weg.
3. Rangieren mit dem Tesla ist deutlich entspannter, weil man keine Angst mehr um seine Kupplung haben muss. Man geht seinen Nachbarn auch nicht mehr mit irgendwelchem Dieselnageln auf den Zeiger.
4. Der Bordcomputer ist einfach super. Egal, ob man während der Fahrt mal schnell was googeln will, oder ob man entspannt Musik hören will oder Während einem Ladestopp ein wenig Youtube oder Netflix schauen will. Der Tesla bietet alles,und ich kann sogar auf die heimische Sat-Schüssel zugreifen. Einziger Wehrmutstropfen: Trotz Bluetooth wollte der Tesla partout nicht mit meinem Soundburger verbinden, sodass ich keine Schalltplatten im Tesla hören konnte.
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