Mittwoch, 29. Juli 2026

29.7.2026

Die Idee, nicht nach Schottland zu fahren sondern lieber nach links abzubiegen nach Wales war nicht nur vernünftig, weil wir uns unzählige Kilometer im Auto und zahlreiche Tankstopps gespart haben. Sie brachte uns auch besseres Wetter und genauso wie vermutlich in Schottland atemberaubende Aussichten und deutlich mehr Sommer-Gefühl. Unvorstellbar, dass wir im gesamten Urlaub nur zwei mal ganz kurz Regen hatten, es war immer über 20 °C warm und auch im Meer konnte man baden. Dazu ruhige Sandastrände und eine Landschaft wie gemalt. Im Vergleich zu Dänemark und Schweden der letzten Jahre haben wir für Essen und Unterkunft etwas weniger bezahlt. Gefühlt sind die meisten Lebensmittel im Supermarkt ein bisschen günstiger als in Deutschland. Beispiel Spaghetti: hier bekommt man das 500g-Päckchen für 28 Pence. 

Die Energiekosten zum Aufladen des Tesla sind gefühlt ein bisschen höher, und vor allem in Wales muss man seine Route etwas besser planen als in Dänemark. Die Loppemarkeds haben wir natürlich auch vermisst, die wir meistens mit einem Halt an einer Ladesäule kombiniert haben. 

Als neues Equipment hatten wir den Qeedo Hexa Hub dabei, ein Pavillon, der wirklich in drei Minuten auf und abgebaut ist. Das hat uns das häufige Umziehen erleichtert, wir waren insgesamt auf 9 verschiedenen Campingplätzen:

13- 14  eine Nacht Blandred Camping in Folkstone, Kent

unser erster Halt ziemlich in der Nähe von der Fährstation in Dover aber trotzdem ein netter Aufenthalt.

14- 15 eine Nacht Bradshaw Farm, Leicestershire

Katastrophe: Ich habe einen sehr einfachen Platz für 19 Pfund gebucht und wir hatten hier weder Strom noch eine annehmbare Dusche. Aber es ging ja am nächsten Tag weiter.

15- 18 drei Nächte Ashbourne Heights, Derbyshire

Sehr angenehmer Campingplatz inklusive kostenlosem Hallenbad

18 - 19 eine Nacht Gwyliau Cefn Crib Holidays, Wales


19 - 22 drei Nächte Little Kings Park, Ludchurch, Wales

Wieder mit Hallenbad und mit einer Spielhalle für Kinder, außerdem gab es sogar ein Vintage-Kino für Kinder. Insgesamt aber ein bisschen zu Resort-mäßig

22 - 26 vier Nächte Pitton Cross Caravan & Camping

einfacher Campingplatz mit traumhafter Umgebung 

26 - 29 drei Nächte Our Welsh Caravan and Camping, Glengwr, Wales

einfacher Platz am Rande einer kleinen Farm

29- 30 eine Nacht Marwell Resort, Marwell, Owslebury

Campingplatz mit zahlreichen Aktivitäten, aber wir benutzen ihn nur als Zwischenstation. Aber abends gab es leckere Pizza aus einem argentinischen Holzofen, lecker.

31 - 1  zwei Nächte Herons Park, Lydd, Kent

Wir bringen uns in Position für die Rückfahrt nach Calais und sind noch mal in Strandnähe


Freitag, 10. Juli 2026

10.7.26: Brompton versus Dahon

Dahon gegen Brompton. Beide Räder begannen ihre Karriere irgendwann in den 80ern, wobei das Brompton heute fast unverändert weitergebaut wird und dass Dahon irgendwann vom Markt verschwunden ist. Zumindest das Classic 3, wie das hier abgebildete Modell genannt wird. Während das Brompton mehr oder weniger intuitiv gefaltet wird, musste ich mir beim Dahon tatsächlich erst mal ein Video anschauen. Was beide Räder eint: Sie sind erstaunlich kompakt, wenn sie gefaltet sind. Das Dahon punktet mit der Teleskopsattelsütze. Es bleibt deutlich flacher, baut dafür etwas mehr in die Breite.

Die Laufräder beider Fahrzeuge werden als 16"-Räder bezeichnet. Man sieht es aber deutlich, dass das Dahon kleinere 16 Zoll verwendet. In Zahlen: 305 mm beim Dahon gegen 349 mm beim Brompton. Diese Phänomen trifft man auch bei den 20" Klapprädern an, die dann 406 und 451 mm haben. Sowohl für das Brompton als auch das Dahon gibt es den Schwalbe Marathon zu kaufen. Für das Dahon habe ich aber jetzt erst mal Kenda "KSMART" Slicks bestellt, die bereits ihre Reise aus China zu mie angetreten haben.

Insgesamt fühle ich mich auf dem Brompton etwas wohler, trotzdem möchte ich die clevere Geometrie des Dahon hier mal erwähnen: Die ausklappbare Strebe auf der halben Höhe der Lenkstange ist ziemlich genial und steift den Rahmen aus. Auch die Verstellbarkeit des Lenkers ist praktisch: Man kann außer der Höhe auf dem Foto auch gut 10 cm tiefer gehen. Ein Feature, das man bei dem Brompton nur durch einen Wechsel des Lenkers realisieren kann.

Beide Bikes kommen mit zwei Seitenzugbremsen. Was bei dem Hinterrad vom Brompton systemisch nicht anders lösbar ist, könnte beim Dahon durchaus auch mit einer Rücktrittbremse realisiert werden. Schade eigentlich, ich liebe Rücktrittbremsen. 

Das Dahon hat im zusammengeklappten Zustand die Antriebseinheit außen, was im Originalzustand durch den Kettenschutz ein verkraftbarer Punkt ist. Trotzdem ist das Brompton hier im Vorteil. Auch das Wegtragen oder Wegrollen des Brompton ist deutlich bequemer. Es schreit förmlich danach, im Bahnhof auf seinen Zusatzrollen hin und hergerollt zu werden. Zieht man den Sattel raus, kann man das Brompton fast wie einen Trolli schieben. 

Beide Räder habe ich gebraucht gekauft. Das Brompton kam damals in einem guten Gebrauchtzustand für rund 550 EUR, wohingegen das Dahon auf dem Flohmarkt in einem etwas liebloseren Zustand für 60 EUR zu haben war. Brompton ist halt auch eindeutig die beliebtere und renomiertere Marke. Das Brompton gilt für viele als das beste Klapprad. Von der Qualität her sind die beiden Räder jedenfalls nicht so weit auseinander, wie es meine Kaufpreise glauben machen. Beide sind aus Stahl, was aus meiner Sicht besser ist als Aluminium. 

Gewogen habe ich beide Räder jetzt noch nicht, aber ich denke wir liegen bei beiden Rädern bei rund 13 kg - das Brompton allerdings mit Schutzblechen, Licht und Gepäckträger. Das Dahon nackt. 


Mittwoch, 8. Juli 2026

7.7.26:

Heute habe ich endlich das Dahon entkernt. Schutzbleche ab, Gepäckträger ab, Klingel ab, Flaschenhalter ab, Dynamo ab, Licht ab, Sattel neu. Dann die Kette gefettet, Luft auf die Reifen und erste Probefahrt gemacht. Interessant. Es fährt sich ganz OK, gefühlt jedoch nicht so angenehm wie das Brompton. Für das Zusammenfalten musste ich mir erst mal ein Tutorial auf Youtube anschauen, jetzt klappt es. Es ist sogar recht kompakt, besonders wegen der Teleskop-Sattelstütze ist es sogar weniger hoch als das Brompton, geht dafür aber mehr in die Breite. Ausserdem liegt der Antrieb außen, was bei dem Brompton definitiv schöner gelöst ist. 

Ich habe jetzt noch ein paar Euro in die Hand genommen und mache noch die Bremsen und die Reifen neu. Die Schaltung muss auch noch eingestellt werden, der Schaltzug von der Torpedo Dreigangnabe ist ein bisschen zu lang. 

Freitag, 3. Juli 2026

3.7.26

Gestern hatte ich den Tesla in der Werkstatt: Die Bremsscheiben und die Belege waren nach rund 95000 km komplett durch, nicht wegen Abnutzung, sondern eher wegen Nichtnutzung. Ich muss sagen, ich war von der Abwicklung der Reparatur äußerst angetan. Alles ging komplett über die App, und ich hätte für den kompletten Vorgang mit keinem einzigen Menschen reden müssen. Habe ich aber trotzdem gemacht, weil ich im Tesla Center in Koblenz in der Spieleecke ein cooles Malbuch gesehen habe, was ich gerne für Leni mitgebracht hätte. Also habe ich dann mit dem Kerl an der Serviceannahme gesprochen, der mir dann gleich noch eine Probefahr angeboten hat. Ich habe mich aber entschieden, weiter "Home Office" zu machen und den kostenlosen Kaffee und die Coke zu konsumieren. Irgendwann hat die App dann gesagt, dass die Karre fertig ist, und ich bin nach Hause gefahren. 

Meine letzten Termine bei Skoda oder VW waren weit weniger erfreulich. Da muss man Tesla wirklich mal loben. Auch wenn es ein Unding ist, dass diese Bremsthematik so aufgetreten ist.