Dienstag, 17. Mai 2016

World Klapp 2016 - 24h le Schopp

45 Teams fuhren 24 Stunden mit Klapprädern im Kreis um die Wette. Das Wetter war relativ gut, es war zwar schweinekalt, aber dafür ist es wenigstens weitgehend trocken geblieben. Insgesamt also gute Bedingungen, und so war das Renntempo der Veranstaltung wesentlich höher als im Vorjahr. Das Siegerteam hat mit 1897 Runden bzw. 835 km eine krasse Leistung erbracht, die einem Stundenmittel von 35,81 km/h entspricht. Gefahren wird mit Klapprädern, die im Kern über 30 Jahre alt sind!

Selbstverständlich muss man ein paar Dinge am Klapprad ändern, um hier erfolgreich zu sein: Die Übersetzung sollte vor Allem für die hohen Geschwindigkeiten passen. Dann sollte man sich unter den gegebenen Umständen die beste Sitzposition schaffen, die man irgendwie erreichen kann mit so einem komischen Gefährt, das ursprünglich für schnelle Fahrten vom Wohnmobil bis zum Toilettenhäuschen gedacht war. Wenn man sich dann noch einen Satz adäquate Reifen besorgt, dann steht dem Unternehmen World Klapp eigentlich schon nichts mehr im Weg. Klar versteht es sich von selbst, die Räder auf irgend eine Art und Weise zu individualisieren, sodass dem Zuschauer neben dem Rennen auch eine Parade einzigartiger Klappräder präsentiert wird.



Und so steht man dann samstags abends um 18 Uhr am Start, der dem klassischen Le-Mans-Start nachempfunden ist. Kaum eine Minute nach dem Startklatscher aus der Startklappe geht es richtig zur Sache! Das Feld erreicht in der ersten Phase des Rennens nicht selten Geschwindigkeiten über 40km/h. Jedes Team muss sich in dieser Phase richtig ins Zeug legen um sich in der Wertung gut zu positionieren. Jede Runde wird per Transponder gezählt, und so gilt es, sich am schnellen Zug festzubeißen und bei diesem Wahnsinn mitzumachen: Eine Kreiselformation, die sich anfühlt wie eine Endlosschleife, und wo Runde um Runde eingesammelt wird, die Zeit aber nicht zu vergehen scheint. Fällst du aus der Gruppe raus, ziehen die Raubtiere ohne dich weiter, natürliche Selektion. Man versucht sich in den nächsten Zug einzureihen. Bloß nicht minutenlang im Wind fahren, das ist Selbstmord!

In der Nacht wird es bitter! Es ist kalt, Du würdest gerne schlafen, die Musik ist aus. Eine komisch ruhige Athmosphäre herrscht rund um die Bahn. Die Lichter der vorbeifahrenden Klappräder erzeugen eine sich bewegende Lichterkette. Wenn der Fahrer, den Du ablösen sollst in die Wechselzone reingeschossen kommt, mit dem Vorderrad gegen die dort als Barriere aufgestellte Holzbank knallt und Dich abklatscht, dann weißt Du, dass für Dich die Ruhe für Dich solange vorbei ist, bis Du selbst gegen die Holzbank knallst, um Deine Ablöse möglichst zeitsparend abzuklatschen. In der Zwischenzeit jedoch sucht die Kälte nach undichten Stellen, um durch Deine Kleidung in Dich einzudringen. Bei 1°C und dem Wind hält sich aber wenigstens der Schweißfluß in Grenzen. In der Nacht ist das Tempo im Gegensatz zur ersten Phase des Rennens etwas moderater. 

Im Laufe der Fahrzeit wird die Lenkerposition, die durch die Vorgabe einen Originallenker zu fahren wenig Spielraum läßt, mehr und mehr unbequem. Die kleinen Räder spüren jedes Sandkorn auf und übertragen es als Impuls in Deine Hände. Es macht einen mürbe. Die Kälte trägt dann noch ihren Teil bei, und so fällt es sogar schwer, den Tacho nach einer Stunde fahrt anzuhalten.

Aber wenn man die ganze Zeit weit über 30 km/h fährt dann sammelt man auch schnell Kilometer, und so wundert es nicht, dass man nach dem Rennen mehr als 200km Klapprad gefahren ist. Es sorgt für ungläubige Reaktionen bei Leuten, die mit ihrem Klapprad bisher nur an die Eisdiele gefahren sind. Oder ans Toilettenhäuschen.

Schwer beeindruckt haben mich die beiden Jungs von Feuer.Wasser.Blitz, die wegen zwei Ausfällen das komplette Programm zu zweit gefahren sind, und damit auf Platz 12 gekommen sind. Nebenbei haben sie die schnellste Runde und die meisten Einzelkilometer pro Fahrer erreicht. Hut ab, zu vierte wären sie ganz vorne mit dabei gewesen!

Hat man seine Energie gut eingeteilt, so reicht es noch für ein paar Stündchen zu feiern. Jimi Hering ist mittlerweile eine feste Größe im "Klappsport" - die haben ein paar schöne klappradbezogene Liedtexte im Repetoire. Nach 24h mit wenig Schlaf und viel Sport kann eine Rieslingschorle wesentlich besser ihre Wirkung entfalten, hier gilt also auch: lieber ein bisschen im Windschatten fahren.

Nächstes Jahr gibt es kein "Le Schopp", weil der World-Klapp-Tross rund um den Pälzer Klappverein dann in Mannheim ist und man dort im Rahmen des 200-jährigen Jubiläums des Fahrrades einen spannenden World Klapp austragen will. Ich bin gespannt und werde Schopp in der Zwischenzeit sehr vermissen.


Donnerstag, 12. Mai 2016

12.5.16:

Auf geht's zum World Klapp 2016. 24 Stunden im Oval von Schopp! Unglaubliche Geschwindigkeiten mit 40 Jahre alten Klapprädern, es wird dreckig, kalt und anstrengend. Dieses Jahr will ich noch mal mit dem grauen Klapprad antreten, das letztes Jahr noch "natur" war. Hinten war es blau und vorne fehlte die Lackschicht. Jetzt ist es vom Billigheimer aus eb** gepulvert und die Sattelstütze ist in sehr ähnlichem Farbton dilletantisch mit Isoband gepimpt. Die Torpedo Jet rollt sehr sehr gut und die Lenkerposition ist viel weniger schlimm als befürchtet. Nach der Auswertung der Rennaufzeichnung meines Garmin und der Durchsicht meines Gedächtnisprotokolls habe ich ein paar Vorsätze:

1. Nicht überpacen. Im Wind fahren heißt nicht schneller werden müssen!
2. Regelmäßig essen. Nutze den Wohnwagen und halte Dir immer Pasta und Elektrolyte bereit
3. Neue Schuhe! Die alten Clickie-Schuhe haben sich aufgelöst


Wie man auf dem Foto erkennen kann, habe ich die 70/16 aus dem Vorjahr gegen annähernd gleiche 53/12 getauscht. Die Entfaltung beträgt jeweils ca. 6,75m. Die 70 Zähne waren mir dann doch irgendwie zu prolig, und da ich auf die JET-Nabe auch ein 12er Ritzel montiert bekomme war die Sache schnell klar.

Mit den Verzicht auf die Scheibenräder bin ich mir noch nicht sicher: Ich hoffe, dass der Unterschied nicht so groß ausfällt: Da man ja 90% im Winschatten fährt könnte sich der Vorteil der Scheibenräder in Grenzen halten.


Donnerstag, 5. Mai 2016

was kann der USB-Lötkolben von Pollin?

Habe schon mehrfach versucht, den USB-Lötkolben bei Pollin zu bestellen. Mal war er ausverkauft, mal habe ich vergessen, ihn bei einer Bestellung mitzubestellen. Doch letzte Woche habe ich es dann endlich geschafft, und so kann ich meine ersten Eindrücke des knapp 5 EUR teuren Gadgets schildern:

Der Lötkolben ist kaum dicker wie ein Kugelschreiber, sein Spitze ist mit einer Schutzkappe versehen, die nicht abgeschraubt wird, sondern abgezogen. Will man sie abschrauben, so bleibt die Überwurfmutter der Lötspitze in der Kappe hängen. Am anderen Ende des Kolbens befindet sich ein 3,5mm-Klinkenanschluss, in den man das proprietäre USB-Kabel einsteckt. Das Kabel ist rund 1m lang und relativ dünn.

Steckt man den Lötkolben in eine passende USB-Steckdose - hier sind mindestens 1,6A notwendig - dann leuchtet eine rote LED hinter dem transparenten Gehäuse auf. Der Lötkolben heizt auf. Nach einer gewissen Zeit schaltet der Lötkolben wieder ab. Berührt man dann mit dem (nackten) Finger einen silbernen Sensor am Gehäuse, läuft der Kolben erneut. Hält man den Finger auf dem Sensor drauf, so kann man quasi kontinuierlich löten.

Wie auf der Verpackung beschrieben hat der Lötkolben eine Leistung von 8 Watt, was einer Stromaufnahme von 1,6 A entspricht. Moderne Handyladegeräte sollten damit keine Probleme haben, an einem Latop- oder PC-Anschluss sollte man vielleicht weniger Hoffnung haben, dass der Lötkolben funktioniert. An der Powerbank war die Funktion eingeschränkt, weil meine Bank bei 0 Ampere abschaltet, sodass man diese jedes Mal neu starten müsste.

Der Lötkolben kommt in einer zweckmäßigen Verpackung und mit einem Mini-Halter sowie ein paar Zentimetern Lötzinn. Sehr praktisch.

Für kleinere Lötarbeiten an Leitungen bzw. Kontakten mit wenig "Masse" kann dieses Gerät durchaus eine Hilfe sein. Wer große Leitungsquerschnitte verzinnen will, der wird mit diesem Gerät sicher keine Freude haben, weil 8W einfach viel zu wenig sind. Aber durch die kleine Spitze heizt er schnell auf und ist gut für das Löten kleiner Elektronikkomponenten.

Fazit: Der niedrige Preis rechtfertigt die Anschaffung.

5.5.16:

Im Küchenradio ist irgend etwas kaputt gegangen, es klingt komisch. Ich habe es mir mal angeschaut und mal "blind" auf die EL84-Röhre getippt. Das ist - so habe ich beschlossen - die einzigste Röhre in dem Radio, die für den Ton verantwortlich ist. Der Fehler tritt nämlich sowohl über UKW als auch im "Line-In"-Betrieb auf. Also habe ich für rund 14 EUR eine neue Röhre bei Thomann bestellt und bin ganz gespannt, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege...

Heute mal wieder im Einsatz: Die Zeitlupenkamera. Habe Enten mit 210fps gefilmt.



 

Wie man sieht, ist die Qualität der rund acht Jahre alten Kamera nicht die beste, aber trotzdem sieht es interessant aus.

Mittwoch, 4. Mai 2016

4.5.16:

Die Powerbank habe ich bisher mit bis zu ~2,5A geladen. Je nach Ladergerät, wobei das billige 3fach-Chinaladegerät am besten abgeschnitten hat. Heute habe ich dann mal einen passenden Hohlstecker gefunden und konnte so die Bank ans Labornetzteil anschließen. Wenn man dann 6V am Netzteil einstellt, erreicht die Bank einen Ladestrom von ~3,6A bei fast leerem Akku. Cool, damit kann man die Bank in unter 7 Stunden aufladen.

Donnerstag, 28. April 2016

28.4.16: Ampmeterclockproject #3

Heute ist meine Bestellung bei Pollin angekommen, und während ich zu unfähig war, das Display über I²C anzuschließen, machte der DCF77-Empfänger so gut wie keine Probleme. Er hat auch nur 3 relevante Anschlüsse. Die Übertragung ist sehr simpel: Im Sekundentakt wird die Trägeramplitude des Senders abgesenkt, außer wenn die Minute weiterspringt. Die daraus entstehenden Impulse sind entweder 100ms oder 200ms lang, was Null oder Eins repräsentiert. So können 59 bit pro Minute übertragen werden, Die Uhrzeit wird dann ab dem 21. Bit übertragen, wobei zunächst 7 Bit für die Minuten kommen, dann 6 Bit für die Stunde. Der Rest der Übertragungsminute wird dann vom Datum eingenommen.

Damit dauert es im ungünstigsten Fall maximal 2 Minuten, bis man die komplette Zeit empfangen hat, guten Empfang vorrausgesetzt.



Im Video sieht man, dass die onboard-LED bereits im Sekundentakt blinkt. In meiner Hand halte ich den Ferritstab, der die Antenne des Empfängers darstellt. Parallel zum Eingang am µC zeigt das Oszi auch noch mal das Signal an, das komischerweise auch nach unten ausschlägt. Ob hier eine Induktion abgeschaltet wird? Den µC scheint es nicht so stören...

Mittwoch, 27. April 2016

27.4.16: Ampmeterclockproject #2

Jetzt sind drei Drehspulinstrumente dran, und ich kann auch schon die Uhrzeit anzeigen lassen. Hier für verwende ich den Timer, der die Millisekunden seit dem Start des µC zählt. Per Tastendruck kann man dann minutenweise die Uhr vorstellen, sodass man die richtige Uhrzeit einstellen kann, so lang das DCF-77-Modul noch nicht angeschlossen ist.



Heute habe ich dann auch festgestellt, dass es solche Uhren auch schon zu kaufen gibt. Ist ja klar, egal was man erfinden  will, man erfindet es selten als erster. Aber wenn ich meine Lösung z.B. mit dem Bausatz von ELV vergleiche, dann gefällt mir meine Lösung deutlich besser.

Die aktuellen Werte für die Zeit:

Sekunden: 0,25 s/A
Minuten: 0,25 min/A
Stunden: 0,2 h/A

Ich bin hin und her gerissen, ob Ich die Skalen austauschen soll. Das würde zum einen den 70er-Jahre Charme der Instrumente beerdigen, zum anderen wäre die Uhr viel weniger nerdig. Der Vorteil wäre sicherlich eine besser Ablesbarkeit. Aber geht es darum?

Montag, 25. April 2016

25.4.16: Ampmeterclockproject #1

Das Praktische mit dem Nützlichen verbinden. Das Fach Mikrocomputertechnik nutze ich, um endlich mein Uhrenprojekt umzusetzen. Ziel: Drei Amperemeter sollen auf ihren Skalen Stunden, Minuten und Sekunden anzeigen an Stelle von Ampere und das Ganze soll von einem Microcontroller gesteuert werden. Eigentlich ein Kinderspiel, über das man zum einen wenig Worte verlieren müsste, und dessen Umsetzung nicht jahrelang vor sich hergeschoben gehört.

Als Microcontroller hat sich unser Dozent für den "deutschen" TI MSP430 entschieden. Deutsch, weil er in Freising in Bayern entwickelt wird. Er kann relativ wenig, aber für die Umsetzung einer Uhr reicht er locker aus. Als Schlußaufgabe realisieren wir übrigens eine DCF-77-Uhr (Hallo Herr Bauer!), sodass ich dann sogar eine Funkuhr habe. Wow.

Faszinierend finde ich, dass dieser µC gerade mal 10 EUR kostet, was erschreckend wenig für die Tatsache ist, dass es sich hierbei schließlich um eine kleine Maschine handelt.

Ich bekomme richtig Lust auf ein paar weitere Projekte:

- Dynamogespeister Fahrradtacho
- LED-Treiber
- Innenwiderstandmessgerät für Batterien

Der Umstand, dass ich mittlerweile (rudimentär) in C programmieren kann ist dabei natürlich hilfreich. Damals beim µC im Technikerstudium musste ich noch in Basic programmieren, was eine gewisse Einschränkung war.



In dem Video sieht man nicht viel, ausser dass der µC das Amperemeter anfährt. Der PWM-Ausgang hat eine Frequenz von 500 Hz, ist also sehr langsam, aber dem 60mV-Drehspulinstrument ist das ziemlich egal. Für den Versuch musste ich eigentlich nur den Vorwiderstand (~600 Ohm) ermitteln, damit der TTL-High-Pegel am Ausgang auch nur als 60mV am µC ankommen.

Ein paar Bilder vom Orgoglio Pieghevole