Mittwoch, 25. Juli 2012

Smart-TV?

Warum? Was soll ich mit einem Fernseher, der mehr kann als ein bewegtes Bild anzuzeigen? Meinetwegen könnten die bei Fernsehern so gut wie alles weglassen, dass zum Schluß ein Bildschirm mit drei bis fünf HDMI-Eingängen und vielleicht noch ein paar veralteter Anschlussmöglichkeiten bleibt. Gerne darf dieser TV ohne Ton ausgeliefert werden, da sich die Akkustik von modernen Fernseh-Apparaten mit dem Dünnerwerden der Geräte stetig verschlechtert. Also raus damit. Alles weitere kann dann wahlweise der Satreceiver oder ein HTPC oder eine Spielekonsole erledigen. Das Fernsehen heute mehr ist als ein passiver Datenstrom aus dem All oder aus der Wand ist klar: Einige Sachen guckt man besser online oder von der Festplatte aus. Aber benötigt man dafür einen Smart-TV? Nein. Mit so einem Quatsch wird man nur unnötig eingeschränkt. Zu viele verschiedene Formate und Standarts werden einen Smart-TV nie so vielseitig aufstellen können wie ein einfacher PC aufgestellt ist.

Also liebe Industrie: Mich kriegt ihr derzeit nicht zu fassen: Ich bin mit 42" zufrieden, die Qualität ist dank Plasma hervorragend. Ich brauche kein 3D, weil ich nicht weiß, was ich da drauf anschauen will. Ich brauche keinen Internet am TV und auch keine Apps. Ihr könnt mich vielleicht mal irgendwann mit einer 4K-Auflösung kriegen, und mit einem Gerät, dass nur 40 Watt verbraucht, aber nicht mit Features, die für mich keinen Nutzen haben.

Wow, ich bin nicht anfällig für Trends. Ein Galaxy S3 sieht zwar schick aus, aber das intensivste Gefühl, was dieses Handy bei mir auslöst ist Mitleid. Das Gerät ist einfach zu flach und zu groß, dass es lange halten kann. Wenn der Neptun von der "nächsten Generation des Gorilla Glas" spricht dann hallt vor allem eine Warnung seinen Worten nach: Drück nicht zu fest drauf, sonst steckt Dein Daumen im Akku. Quad-Core im Handy, um Pinguine möglichst "smooth" über die Eisscholle springen zu lassen, oder um noch rasanter durch's Web zu rennen. Auch flashbasierte Werbebanner laufen jetzt richtig flüssig. Das macht einfach mehr Spaß. Raketentechnik für's Volk. 2100mAh für drei Tage Standby. Mit dieser Energie würde sich ein einfaches Handy vielleicht ein Monat im Netz halten. Eine Million Pixel auf einer Diagonale von nur 4,8", wobei nur grün in jedem Pixel vorkommt und sich rot und blau dagegen abwechseln. (Hinweis für den Neptun: Ausgefranste Schriften sollte man dann wohl am ehesten bei weißer Schrift auf schwarzem Grund feststellen könne, glaube ich)

So, genug über Technik hergezogen, hier meine unvollständige Liste sinnvoller Innovationen:

- Solid State Disc (sie löst demnächst die klassische, rotierende Festplatte ab)
- Fortschritte in der GPS-Empfangstechnik (immer kleiner werdende Fahrradtachos)
- Elektro-Fahrrad (natürlich nicht für mich aber z.B. für meine Mutti)
- Nabendynamo für's Fahrrad (Es gibt keine Argumente mehr für Batterielicht)
- Sensorik in Handy und anderen Kleingeräten (G-Sensor, Kompass, etc)
- LED-Technik (Lumenrekorde am laufenden Band)
- Akku-Technik (LiPo und co)
- "Gorilla"-Glas und kapazitiver Touchscreen (Grundrezept von jedem Smartphone)

weitere Vorschläge?

Kommentare:

  1. weitere Vorschläge?

    - In Notebooks TN-Displays abschaffen und dafür auf matte IPS oder AMOLED setzen

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  2. ich glaube, große oleds sind noch sehr aufwendig

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  3. In Sachen Smart-TV teile ich deine Meinung zum großen Teil. Das meiste davon ist völlig überflüssig.
    www, Facebook etc. braucht auf dem TV kein Mensch.
    Allerdings finde ich es überaus praktisch, dass man darüber direkt auf verschiedenste Mediatheken zugreifen kann um sich einen verpassten Film oder eine Serie später anzuschauen. Leider bieten das noch zu wenige Sender an, aber an sich eine gute Sache. Außerdem ist es auch praktisch, dass die Smart-TVs auch direkt Filme von einer angeschlossenen Festplatte abspielen können. So muss man nicht immer PC oder Tablet anschließen. Der dritte Vorteil eines Smart-TVs ist für mich die Videorekorder-Funktion. Ich habe bei mir eine 2,5" Festplatte am USB-Port hängen und kann so beliebige Sendungen programmieren oder direkt aufnehmen. Ein Festplattenrekorder wird so für viele überflüssig.

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  4. ja, das mit den mediatheken fänd ich auch sehr praktisch, leider kocht irgendwie jeder sender sein eigenes süppchen, sodass man dann doch meist am rechner guckt. eine festplatte ist heutzutage sicherlich ein absolutes muss, sei es direkt am tv oder an dem entsprechenden empfänger. dabei geht es mir hauptsächlich um timeshift. gut ist auch, dass heute die meisten geräte mkv abspielen können, wobei man da ja erst mal auch nicht immer weiß, wie ton und bild zusammengesetzt sind, aber wenn man den ton digital an einen 7.1-receiver weitergibt, dann kann der spätestens den ton abspielen, und bild klappt in den meisten fällen eh mit den meisten geräten.

    Alternativ zu einem Smart-TV könnte ich mir auch einen TV vorstellen, in den ein Rechner integriert ist. Nur was da für ein OS drauf laufen soll, kann ich auch nicht beantworten.

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