Dienstag, 27. Januar 2015

27.1.15: Akku laden leicht gemacht!

Gestern kam ein heiß ersehntes Päckchen aus Japan: Der kleinste und leichteste MD-Player der Welt. Naja, oder zumindest einer der leichtesten und kleinsten. Voller Optimismus, dass der Player seinen Weg aus Japan zu mir findet habe ich parallel einen neuen Flachakku für das Gerät bestellt, der lustigerweise nur zwei Tage schneller da war als der Player. Das Abspielgerät kam nackt, also auch ohne Ladegerät. Was tun? Ich habe mir dann fast einen Tag lang den Kopf zerbrochen, wie ich mir mit möglichst wenig Aufwand eine Halterung baue, um den Akku am Labornetzgerät mit CC/CV zu Laden. Ergebnis: Zwei Neodymmagnete und zwei Krokoklemmen. Einfacher kann man es glaube ich nicht realisieren.

Was gibt es über den Panasonic SJ-MJ88 zu sagen? Er wiegt weniger als 60g, ist von der Grundfläche in Etwa so groß wie eine MD-Hülle und rund 12mm dick. Er verbraucht extrem wenig Strom und hat dank (bis jetzt noch) fehlender Kabelfernbedienung nur die wichtigsten Funktionen an Bord. Eine passende Fernbedienung werde ich wohl mal günstig auf eb** finden müssen, am besten im Paket mit einem defekten Rekorder. Das Problem ist aber wahrscheinlich, dass Fernbedienungen in der Regel schneller kaputt oder verloren gehen als die Geräte selbst.

Freitag, 16. Januar 2015

16.1.15:

Ich habe ein cooles, neues Meßgerät. Ein zwischenstecker für den USB-Port, der Spannung, Strom und Leistung anzeigt und einen mAh-Zähler hat. Jetzt kann ich endlich verschiedene Kabel und Netzteile vergleichen. Super Sache, und dabei habe ich gar nicht nach so was gesucht.

Mittwoch, 14. Januar 2015

14.1.15:

Wow, die aktuelle Beamerbirne hat die 1000 Stunden überschritten. Ich bin begeistert.

Dienstag, 13. Januar 2015

13.1.15:

mit 5:59 wieder ins Laufen eingestiegen. Wollte eigentlich 6:30er Schnitt laufen, aber mach das mal mit dem Schreiner und dem Wassermann! Das kannste mal schön abhaken. Wobei das ein generelles Problem ist. Der angekündigte Schnitt sollte nie zu schnell gewählt werden, weil man dann doch immer noch mal eine halbe Minute schneller laufen könnte.

13.11.15:

Heute ist meine neue EL34-Röhre für den Verstärker gekommen. Eingebaut. Mal sehen wie lang es dauert bis die nächste Röhre durch ist.

Sonntag, 11. Januar 2015

11.1.15: Prognose 2025

Ist schon krass. Früher konnte man auf eine MiniDisc ca. 120MB Daten oder 74 Minuten komprimierte Musik aufnehmen, im Vergleich zu einer µSDKarte wirkt das geradezu lächerlich. Auf die 64GB kann man etwa 1100 Minuten verlustfreie Musik speichern. Wenn man jetzt noch das Gewicht mit einbezieht - 17,3g für eine MiniDisc gegenüber 0,3g für eine µSD-Karte - dann kommen wir auf einen Faktor von 857. Würde man auf der µSD-Karte die selbe Kompression anwenden wie bei der MD, dann haben wir einen Faktor von 3826.  Würde man jetzt noch die Entwicklung bei den Audio-Codecs mit einbeziehen und davon ausgehen, dass ein moderner Codec mit 128 kbps die gleiche Qualität liefert wie ATRAC mit seinen ursprünglichen 292 kbps, dann  wären wie bei einem Faktor von 8729 angekommen. Und wenn man jetzt eine gleich große 128GB Karte für diese Betrachtung heranziehen würde, dann wären wir bei 17458. Und ist das jetzt viel oder wenig? Die MiniDisc wurde 1992 eingeführt, also wäre die Speicherdichte von Musikdatenträgern jährlich um 52,9% gestiegen. Von dieser Rate ausgehend könnte man im Jahr 2025 mit Chips in der Größe rechnen, die 8TB speichern können.  Ich prognostiziere für den 1.1.2025 also Speicherkarten mit 8TB.

Samstag, 10. Januar 2015

10.1.14:

Heute habe ich eine defekte Röhre in meinem Verstärker identifiziert. Interessanterweise habe ich es nicht gehört, wahrscheinlich wird nur eine Halbwelle abgeschnitten? Ausserdem habe ich zu meiner Entschuldigung nur Fernsehen drüber gehört und keine Musik. Habe jetzt erst mal eine der Originalröhren eingebaut und werde mir wohl eine electro harmonix nachbestellen, damit ich wieder vier gleich Endröhren habe. Praktischweise kann ich den Verstärker dann auch gleich mal entstauben, jetzt wo der Käfig ab ist. Ausserdem habe ich die Shuntwerte alle noch mal überprüft. Ruhestrom ist das glaube ich. War aber auch alles noch im Sollbereich. Die Röhre hatte ich übrigens im August 13 eingebaut, sie hielt also gut 17 Monate. Mal sehen, wie lang die anderen drei jetzt noch durchhalten.

Freitag, 9. Januar 2015

9.1.15:

Es wird noch blauer am Klapprad: Am Mittwoch sind die Chinakurbeln aus China angekommen, und heute habe ich sie inklusive Kettenschutz montiert. Diesen musste ich ein wenig anpassen, weil ich jetzt 48 Zähne vorne habe. Das habe ich an der vorderen Befestigung mit einer Zwischenlasche realisiert und hinten mit einer Abstandshülse. Die ursptüngelich Befestigung wurde mit so einer Art Blechschraube realisiert. Die Befestigungslaschen habe ich auf 6mm aufgebohrt und mit Nietgewinden versehen. So kann ich das Kettenschutzblech jetzt mit 4mm-Inbus-Schrauben befestigen. Nur sollte ich wohl noch ein bisschen Schraubensicherung auftragen, sonst ist die nächst Panne vorprogrammiert.

Mittwoch, 7. Januar 2015

6.1.15: kurzer Review des Technisat DigitRadio mobil DAB+

Obwohl ich bisher kein Freund von DAB(+) bin, habe ich mich dazu entschlossen, das kleine Technisat-Gerät auszuprobieren. Was zuerst auffällt ist die sehr kleine Bauform. Der Klinkenstecker auf dem Bild ist hier eine gute Orientierung. In der Küche in Betrieb genommen hat das winzige Gerät 35 Sender gefunden, das scheint mir ganz ok. Der Sound ist digital und wird in HE AAC+ V2 codiert. Es rauscht selbstverständlich nicht, aber die Bitrate scheint sich wohl nur so bei 80kbps zu bewegen, was zu Kompressionsartefakten führen kann. Der Codec scheint aber wesentlich effizienter zu sein als der bei DAB verwendete MP2-Codec. Ich muss mir das mal genau mit den UE700-Kopfhörern anhören. Der Akku soll wohl 8 Stunden halten und wird über einen sehr kleinen DC-Hohlstecker mit 5V geladen, zu diesem Zweck ist dem Gerät ein recht kurzes USB-auf-Hohlstecker-Kabelchen beigelegt. Wer also keine USB-Buchse zur Verfügung hat muss sich erst noch ein Ladegerät besorgen. Damit kann man denke ich mal im Jahr 2015 leben.

Die Bedienung mittels der sechs Bedienknöpfe ist recht intuitiv und erfordert grundsätzlich erst mal keine Anleitung. Nervig ist die extrem langsame Navigation durch die >30 Sender, die das Gerät in der Regel empfangen kann. Hier lohnt es sich die Speicherplätze im Store-Modus zu belegen und dann im Favorite-Modus gezielt nur zwischen den Sendern hin- und herzuspringen, die man auch wirklich hören will.

Der Empfang wird wie bei vielen tragbaren Radiogeräten mittels des Kopfhörerkabels, das als Antenne fungiert realisiert. In dem zusätzlichen UKW-Modus wird man dabei ein gewisses Rauschen nicht los, aber für UKW kauft man das Gerät ja auch erstmal nicht.

Das OLED-Display gefällt mir sehr gut: Es zeigt Infos zum Sender, sowie Akku- und Empfangslevel in zwei monochromen Zeilen an. Die Anzeige ist sehr kontrastreich und gefällt (mir) gut in ihrem Blau auf Schwarz. Neben dem Sendernamen oben links werden in der Regel unten Zusatzinfos zum Programminhalt durchgescrollt. Nach ein paar Sekunden spart das OLED Strom, in dem es abschaltet.

Der interne Akku ist nicht zugänglich, es ist also zu vermuten, dass ein Akkutausch häßliche Spuren hinterlassen könnte. Die Größe des Akkus (LiPo) schätze ich mal so auf ~250mAh.

Als Befestigungsmöglichkeiten bietet das Gerät zum einen einen breiten Gürtelclip aus Kunststoff, und zum anderen eine Durchführung im Gehäuse zur Befestigung einer Trageschlaufe, die allerdings nich mitgeliefert wird.

Empfang:

Der Empfang war auf einer ersten Autofahrt durch das Rhein-Main-Gebiet gut. Es gab keinen Aussetzer. Das Line-In-Kabel im Auto ist auch relativ lang, ich weiß allerdings nicht, welchen Einfluß das auf die Empfangsleistung hat. Fakt ist jedoch, dass ich mit Internetradio definitiv Aussetzer habe auf so einer Strecke wie heute.

Klang:

Der Klang hängt stark von der Bitrate ab: Die einzelnen Sender bekommen unterschliedliche Bitraten zugeteilt, und so klingt z.B. der christliche Sender Radio Horeb mit 48kbps ziemlich schlecht, während andere Sender wie z.B. hr3 mit 120kbps ganz akzeptabel klingen. Deutschlandfunk verwendet scheinbar noch den MP2-Codec von DAB und sendet mit 128kbps. Wenn Musik übertragen wird, sollte man wohl schon Bitraten von über 100kbps haben. Sunshine live beispielsweise sendet mit 72kbps. Für so eine kleine Bitrate klingt es echt gut, aber man hört die Kompression deutlich. Für Sprachsendungen benötigt man meiner Meinung nach keine Bitraten über 48kbps.
Generell sollte man nicht auf die Idee kommen, DAB+ auf einer HiFi-Anlage zu hören. Vielleicht wären dann etwas weniger Sender mit etwas Bitrate eine gute Idee.

Das waren jetzt eher Klang-Aussagen zum DAB als zum Gerät. Das Gerät selbst erfüllt klanglich wohl seinen Zweck. Man hätte die Lautstärkeregelung vielleicht etwas feiner abstufen können. Manchen Hörern könnte die erste Stufe in manchen Situationen vielleicht schon zu laut sein. Die Maximallautstärke empfand ich mit den UE700-Kopfhörern als ausreichend. Die mitgelieferten Kopfhörer habe ich nicht ausprobiert.

Der ins Gerät implementierte analoge UKW-Empfang klingt subjektiv dumpfer und weniger klar.

Akkulaufzeit:

Die Akkulaufzeit konnte ich noch nicht exakt ermitteln, aber ich habe am Line-In - also ohne nennenswerte Ausgangsleistung - eine Zeit von ca. 10 Stunden erreicht. Da habe ich jedoch DAB und nicht DAB+ gehört, ich könnte mir vorstellen, dass das decodieren von dem DAB+-Codec mehr Strom verbrauchen könnte.

Laden / Akku:

Am USB-Anschluss wird das Radio mit 230mA geladen. Der USB-Stromzähler hat 567mAh aufsummiert, allerdings war das Radio da nicht ganz leer. Wenn man das und einen Gesamtwirkungsgrad beim Laden von 90% annimmt, dann könnte der Akku eine Kapazität von 700mAh haben. Die Ladezeit beträgt dementsprechend knapp 3 Stunden. Update: Ich habe mich dann doch dazu entschieden, mal in das Gerät reinzugucken, und festgestellt, dass der Akku 600 mAh hat. Also habe ich mich ein bisschen verschätzt, war aber eigentlich schon nah dran.

also know as...

Das Dual Pocket Radio 2 scheint bis auf ein etwas anderes Gehäuse baugleich zu sein: Statt weiß ist bei dem Dual das Gehäuse schwarz, und das Display ist auf gleicher Ebene mit der Gerätefront.

Gerät öffnen

Man kann das Gerät (z.B. für einen späteren Akkutausch) erstaunlich einfach und zerstörungsfrei öffnen. In meinem Fall hat es gereicht, einfach mit dem Fingernagel an dem Spalt zwischen Gehäusefront und -Rückseite entlang zu fahren. Langsam öffnete sich das Plastikgehäuse, ohne das man eine Demontagespur sieht oder irgend eine Nase abgebrochen wäre. Der Akku hat die gleiche Grundfläche wie die Platine und befindet sich unterhalb. Akkus dieser Größenordnung kosten bei e*** nur ein paar Euro, also braucht man sich keine Gedanken um die Akkupflege zu machen.

Spezifikationen:

Gewicht: 29,4g
Höhe: 48mm
Breit: 35mm
Tiefe 18mm
Akkutechnologie: LiPo
Kapazität: 3,7V * 600mAh = 2,22Wh

So sieht es unter dem Gehäuse aus - unter der Platine befindet sich der Akku

update 26.1.15: Heute ist das Radio zum ersten Mal nach gerade mal drei Wochen defekt. Genauer gesagt scheint der VOL+ - Taster eine kalte Lötstelle zu haben. Habe mit Technisat telefoniert, sie wollen das Gerät abholen und austauschen. Ich bin gespannt.

update 12.2.15: Gerät ist umgetauscht worden, Funktioniert jetzt wieder. 

Dienstag, 6. Januar 2015

6.1.15:

Eins steht mal fest: Zehn Stunden schwimmen vertrage ich doch wesentlich besser als 24 Stunden. Ist ja eigentlich auch klar, ist zwar beides lang, aber 24 Stunden sind noch mal fast zweieinhalb mal so lang. Da stellt sich natürlich die Frage, welche Länge für mich ideal wäre. Eigentlich waren die 10 Stunden schon nah dran, weil ich sie durchschwimmen konnte. Wie lange hätte ich noch weiterschwimmen können? Zwei Stunden bestimmt.

Heute ist jedenfalls viel weniger Muskelkater vorhanden als erwartet, und dieses Gefühl des völligen Ausgelaugtseins ist nicht da. Gut. Ausserdem kann ich mir bereits nach so kurzer Zeit vorstellen, dass ich so was noch mal machen könnte. Am Samstag Abend habe ich noch geglaubt, dass das für mindestens fünf Jahre ausreichen sollte. So kann man sich täuschen.

Bleibt die Frage, was ich besser machen kann. In den letzten beiden Jahren hatte der Sieger jeweils 30km, das ist extrem weit weg von meinen 25,35km. Selbst wenn ich auf so einen Wettkampf hintrainieren würde - wie macht man das eigentlich ?! - würde ich wohl nicht 20% schneller schwimmen können.

Oder sollte ich eine andere Taktik wählen? Vielleicht könnte ich versuchen, 10 Einheiten à 3km zu schwimmen, und dann immer eine kurze Pause einzulegen, in der ich esse und trinke. So ähnlich sah ja eigentlich auch bei jeder langen Radtour (Ironman, Nürburgring, Vätternrundan, Hockenheimring, diverse RTFs) meine Taktik aus. Fressen, trinken, fressen, trinken, und immer weiter fahren. Und auch in Spremberg hatte ich mehrere Pausen, in denen ich reichlich Nahrung aufgenommen habe. Funktionieren könnte so eine Taktik, wenn ich die 3km relativ locker in ~55 Minuten schwimmen könnte. Dann fünf Minuten Essen und Trinken und kurz aufrecht stehen, und dann wieder ins Wasser.

Wäre ein Ansatz. Mal sehen.

Sonntag, 4. Januar 2015

10h-Schwimmen: Ultra-Sport für unter 10 EUR

Max Ferdinand beim 10h-Schwimmen des DLRG Geisenheim / Rheingau

Gestern war es nach zehneinhalb Jahren mal wieder so weit: Ich habe an einem langen Zeitschwimmen teilgenommen. Im Gegensatz zu Spremberg 2004 musste ich dieses Mal aber keine 24, sondern "nur" 10 Stunden schwimmen. Das hat den entscheidenden Vorteil - so mein Plan - dass man durchschwimmen kann. Also rein ins Wasser, eine lange Einheit schwimmen, und dann ist schon Feierabend. Der Start verzögerte sich aus organisatorischen Gründen um 20 Minuten. Um 8:20 ging es also los. Die Taktik ohne Pause muss ich so wählen, weil ich kein schneller Schwimmer bin. Meine persönliche Einschätzung lag so bei einer Strecke von knapp über 20km, die ich in der Zeit schaffen kann, und an Hand der Ergebnisse aus den letzten Jahren konnte ich mir damit einen Platz unter den ersten drei ausrechnen. Die Siegerstrecken der letzten beiden Jahren lagen jeweils so bei rund 30km, das wäre für mich unrealistisch.


Also geht es dann los im Geisenheimer Hallenbad. Wir hatten drei Bahnen, was bei 27 Teilnehmern Freiheit bedeutet. Man kann in Ruhe sein Tempo schwimmen, muss selten überholen, profitiert allerdings auch höchst selten von dem Wasserschatten eine Vorrausschwimmers. Ich hatte meine Garmin an, die zwar ein bisschen vorgeht, aber durchaus eine Orientierung geben kann, wieviel man schon geschwommen ist.

Sowohl Zeit als auch Kilometer schritten extrem langsam voran, ich hatte teilweise das Gefühl eines kleinen Jungen, der sich in der Zeit gefangen fühlt, in Erwartung eines großen Ereignisses so wie Weihnachten oder Geburtstag. Erst nach 6,5 Stunden war ich gedanklich schon dem Wettkampfende nah: Nur noch 3,5 Stunden, das sind ja gerade mal 210 Minuten. Gerade mal dreieinhalb Runden des Minutenzeigers auf der Hallenuhr.

Zahlenspiele. Wer über 1000 Bahnen in einem Schwimmbecken schwimmt beschäftigt sich zwangläufig ausgiebig mit Zahlen. Die Zahl "800" war die Anzahl der Bahnen, die man für 20km braucht. Dann schwimmt man ein paar Bahnen, und merkt, dass 800 eine größere Zahl ist als man denkt. Dann hat man den ersten Kilometer, und baut einen Ladebalken vor seinem geistigen Auge auf: 5% denkt man dann. Das ist schon recht viel.

Um 11:35 dann bereitete ich mich dann langsam auf 12 Uhr vor. Das sollte in meiner Monotonie die Halbzeit darstellen. Ein paar Bahnen später fällt mir dann auf, dass 13 Uhr erst Halbzeit ist. Die 20 Minuten Verzögerung am Anfang habe ich dabei außer Acht gelassen, und bin auch nicht davon ausgegangen, dass die hintendran gehängt werden. 18 Uhr war also für mich das angedachte Ende.

Mindestens 80% der Strecke bin ich Brust geschwommen, zum Überholen dann immer mal eine Bahn Kraul, und hin und wieder eine Bahn Rücken, um den Körper kurzzeitig zu entlasten. Gerade untrainiert wie mir tut einem spätestens nach drei Stunden fast alles ein bisschen weh. Am meisten wird der Oberkörper gefordert, aber die Beine sind dann auch irgendwann ziemlich am Arsch: Bei jedem Abstoßen vom Beckenrand riskiert man einen Wadenkrampf.

Auf meiner Bahn wußte ich, dass ich die meisten Bahnen geschwommen habe. Nebendran auf der gefühlt etwas schnelleren Bahn fehlte mir der Überblick. Zwei Teilnehmer hatten in meinen Augen mehr Kilometer, weil ich sie oft im Wasser gesehen habe und sie für mich so aussahen als würden sie doppelt so schnell schwimmen wie ich. So wie in Spremberg habe ich ein bisschen die realistische Sicht der Dinge aus den Augen verloren: Wer beispielsweise eine Stunde nicht schwimmt, der verliert gegen mit 2,5km. Das ist sehr viel Strecke, die man durch Schnellerschwimmen erst mal wieder reinholen muss.

18:00. Ich schlage an. Die Mitschwimmerin auf meiner Bahn fragt, ob ich denn noch könnte. "Wie? Ich dachte bis 18 Uhr?" - Von den Veranstaltern wurde mir dann "Zwanzig nach" zugerufen, was ich letzten Endes auch fair fand. So hatte man wenigstens die Möglichkeit, volle 10 Stunden zu schwimmen. Die zusätzlichen 20 Minuten haben dann auch meine Gesamtstrecke über die 25km gebracht, was mich natürlich auch freut.

Um 18:20 habe ich dann endgültig angeschlagen, auf der Garmin waren 26,2km und auf den Zähllisten 25350m. Diese Differenz geht in Ordnung, weil die Garmin nur mit einem Beschleunigungssensor misst und so immer mal eine Bahn dazuschummelt. Beim Aussteigen habe ich mich dann vorsorglich an Ausstiegsleiter begeben, alles andere hätte nicht funktioniert. Fester Boden unter den Füßen nach 10 Stunden hat sich dann irgendwie interessant angefühlt. Ich bekam eine Medaille, eine Urkunde und ein paar anerkennden Gratulationen von den anderen Teilnehmern. Die Information, dass ich tatsächlich gewonnen hatte ist nicht zu mir durchgedrungen. Der Zweite hatte 21km, und auf dem dritten Rang ist man gestern dann mit 14,65km gekommen. Ich hatte weder mit dem Gesamtsieg noch mit über 4km Vorsprung gerechnet und war dementsprechend überrascht, als ich heute die Ergebnisliste angeschaut habe.

Da ich ja freitags erst von der Veranstaltung erfahren habe, war meine Vorbereitung auf's Nötigste beschränkt: Ich habe am Vortag also ein bisschen mehr gegessen als sonst. Nachdem ich jetzt so lange nicht mehr schwimmen war gestaltete sich die Suche nach meiner Badehose auch nicht als ganz so unkompliziert: 2014 war ich nur zwei Mal schwimmen, und das jeweils mit Triathlon-Anzug. Schließlich fand ich dann doch noch, und dank ursprünglich 10 gekauften Exemplaren hatte ich auch relativ schnell eine Schwimmbrille parat. Mehr war auch nicht erlaubt. Für das Rennen habe ich mir dann eine Trinkflasche mit Tee gemacht, die ich aber dummerweise im Spint gelassen habe. Also musste ich 10 Stunden ohne Essen und Trinken auskommen. Geht aber ganz gut, eigentlich schwimmt man ja in 500000 Litern Trinkwasser, und da man in einem relativ niedrigen Pulsbereich schwimmt bekommt man das auch noch über den Fettstoffwechsel ganz gut hin.

Wenn man bedenkt, was für Startgebühren bei einem Ironman oder bei einem Marathon aufgerufen werden, wirken die 5 EUR Startgebühr zuzüglich 3,80 EUR Schwimmbadeintritt gerade zu lächerlich günstig. Ich bin Veranstaltern wie dem DLRG äußerst dankbar für die Organisation solcher Events. Im Verhältnis zur Teilnehnmerzahl werden relativ viele Helfer benötigt. Und 10 Stunden auf einem Plastikstuhl zu sitzen und auf einer Liste Kreuzchen zu setzen für die geschwommenen Bahnen, das ist nun wirklich nicht das Schönste, was man sich an einem Samstag vorstellen kann.

Hier ein paar Statistiken aus meiner Garmin-Uhr:

Verteilung der Bahnen:
Brustbahnen: 740 (71%)
Kraulbahnen: 282 (27%)
Rückenbahnen: 19 (2%)

Anzahl der Schwimmzüge: 13482

Energieverbrauch laut Uhr: 8654 kcal

Kilometerzeiten:

km1 18:46
km2 19:47
km3 19:35
km4 19:31
km5 18:09
km6 22:01
km7 21:08
km8 23:29
km9 21:57
km10 21:35
km11 22:52
km12 23:18
km13 22:41
km14 24:09
km15 23:37
km16 24:10
km17 23:31
km18 23:36
km19 23:55
km20 24:20
km21 25:01
km22 25:48
km23 26:22
km24 26:20
km25 26:35
km26 23:39

Abweichung Uhr zur offiziellen Zählung: 675m / 27 Bahnen / 2,66%
immer schön gemütlich weiterschwimmen

ein kurzer Blick auf die Uhr

auch beim Kraulen Energie sparen

Viele Kreuzchen auf der Zählliste und alle 750m Zwischenzeit

Habe es auf Titelseite vom Tagblatt geschafft :-)
Artikel im Wiesbadener Kurier

Schwimmpace über 10 Stunden grafisch (min / km)

Donnerstag, 1. Januar 2015