Freitag, 17. Juli 2015

17.7.15: Sony PCM-M10, der etwas andere "Walkman"

Ein Walkman ist der PCM-Rekorder natürlich in erster Linie nicht. Auch wenn er einen Kopfhörerausgang hat und durchaus in der Lage ist, auch MP3s wiederzugeben, so liegen seine Kompetenzen doch an anderer Stelle. So kann er sowohl über die eingebauten als auch über externe Mikrofone oder einen Line-In 2 Kanäle aufnehmen mit bis zu 96kHz und 24 bit. Das speichert er entweder auf den internen Speicher oder auf MicroSD / Memory Stick. Klar, dass ich so etwas nüchtern betrachtet nicht wirklich dringend brauche: Ich nehme weder Live-Konzerte auf, noch produziere ich Podcasts. Selbst als Diktiergerät werde ich das Teil seltenst einsetzen. Es ist also zu 90% für mich ein Spielzeug, und zu 10% hat es dann auch einen praktischen Nutzen für mich. Als Rekorder kann ich ihn beispielsweise an den Phono-PreAmp anschließen, um damit meine Schallplatten zu digitalisieren. Dabei ist eher der Plattenspieler und seine Nadel der qualitative Flaschenhals als der A/D-Wandler des Rekorders. Erste Probeaufnahmen klingen in meinem ungeschulten Ohren ganz gut. Beim Abspielen hat man die Möglichkeit sowohl Geschwindigkeit als auch Tonhöhe einzustellen. Das hilft bei Hörbüchern oder -spielen: Man kann sie wahlweise schneller als auch langsamer laufen lassen. Plant man einen Telefonstreich oder eine Bombendrohung, so könnte die variable Tonhöhe einen ein bisschen tarnen. Eine weitere Funktion beim Playback ist ein zweistufiger Bass. Das erinnert auch an die Stereoplayer der 90er Jahre. An ein hochwertiges Tapedeck erinnert wiederum die Aussteuerungsanzeige und der Rec-Level-Regler. Zusätzlich zeigt das Gerät eine Übersteuerung des Eingangssignals durch zwei rote "OVER"-LEDs an. Die grünen LEDs wiederum signalisieren einen Mindestpegel von -10dB, sodass man sofort bescheid weiß, dass man halbwegs gut ausgesteuert hat. Was ist noch toll an dem Gerät? Das Display ist sehr informativ und zweckmäßig monochrom: Hier kann man Titel, Aufnahmemodus, Akkustand und viele andere Informationen ohne viel Schnickschnack erfahren. Neben den schon beschriebenen Anschlüssen für Line-In und -Out gibt es noch einen Mikrofonanschluss und einen Remote-Anschluss für eine Fernbedienung. Diese dient hauptsächlich zur mechanischen Entkopplung des Nutzers von der Aufnahme, sodass man etwaige Bediengeräusche nicht mit auf die Aufnahme bekommt. Genau wie jede Kamera hat auch der Rekorder einen Stativanschluss, sodass man für eine Aufnahme mit den internen Mikrofonen eine optimale Ausrichtung erreichen kann. Betrieben wird das Gerät mit zwei AA-Batterien oder entsprechenden Akkus. Das mitgelieferte 3V-Netzteil kann diese leider nicht laden, sodass man dieses immer umständlich aus dem Gerät herausnehmen muss, wenn man sie laden will. Dafür können die Daten sowohl vom interenen Speicher als auch von der Karte über die USB-Buchse runtergeladen werden. Aufgenommen wird in "WAV" oder "MP3", je nach Einstellung. Die beiden extremen Bitraten sind 64kbps (MP3) bzw rund 4,6Mbps (LPCM 96/24). Beim einen Modus reicht der interne Speicher für 135 Stunden, im anderen Fall nicht mal für zwei Stunden. Praktisch ist der kleine eingebaute Lautsprecher, der qualitativ auf einem ähnlichen Niveau sein dürfte wie der eines Smartphones. Von der Verarbeitung her macht das Gerät einen hochwertigen und soliden Eindruck. Sony muss sich für dieses Produkt glaube ich nicht schämen. Und es spricht eigentlich wirklich nichts dagegen, das Teil als "Walkman" zu verwenden.

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