Freitag, 17. März 2017

Das Specialized Hot Walk und wie man es adequat pimpen könnte

Heute haben wir für Nele ein 12"-Laufrad der Marke Specialized gekauft. Es rangiert deutlich unter den Topmarken (z.B. Early Rider), und so überrascht es wenig, dass es Made in China ist.

Was gibt es zu sagen? Das Rad ist überwiegend aus Aluminium gefertigt: Rahmen, Gabel, Lenker, Teile des Vorbaus, die Sattelklemme und die Felgen sind aus Alu, während die Sattelstütze, Naben, Vorbauschaft, Steuersatz und Speichen aus Stahl sind.

Mit diesem soliden Materialmix kommt das Bike auf ein Gesamtgewicht von 3,85kg, was deutlich schwerer ist als z.B. das Alley Runner von Early Rider (3,1kg). Im Gegensatz zu dem hat das Specialized aber eine Art Minitrittbrett (inkl. rauher Trittbeschichtung), das zwischen den Streben des Hinterbaus und dem Hauptrohr eingearbeitet ist. Das wirkt nicht nur extrem robust, es könnte der Fahrerin auch die Möglichkeit geben, die Füße beim Downhill bequem abzustellen.

Die radial gespeichten 16-Loch-Laufräder haben recht einfach gehaltene Naben mit minderwertigen Lagern. Ich habe die Konuse neu gefettet und dabei haben sie für mich doch recht einfach gewirkt. Es war auch nicht wirklich möglich, die Naben spielfrei und leichtgängig einzustellen. Letzten Endes rollt das Fahrzeug dennoch ganz. Die 2" Reifen "Rhythm Lite" sind von Sepcialized und haben ein ansprechendes, flaches Klötzchenprofil. Kurioserweise wird mit einem Pfeil sogar die Laufrichtung angezeigt. Der empfohlene Druck wird mit 2,5 bis 4,5 bar angegeben, und dank Autoventil kann man an jeder Tankstelle für den richtigen Reifendruck sorgen.

Nichts zu beanstanden habe ich an dem konventionellen (geschraubten) Steuersatz: Er läuft butterweich und ist trotzdem spielfrei, und dank fehlender Bremse kann man den Lenker unendlich in beide Richtungen drehen.

Die Gabel hat ein wuchtiges BMX-Design und sieht extrem bullig aus, und auch der Rahmen sieht aus, als sei er dafür ausgelegt, jahrzehntelang von dicken Kindern gefahren zu werden: Das anfangs erwähnte Trittbrett, ein Gusset in der Verbindung zwischen Sitzrohr und Hauptrohr, fette Ausfallenden, alles brutal dimensioniert. An den noraligischen Punkten sitzen überall Wasserablaufrohre, sodass der Rahmen bei Regen auch nicht volllaufen kann.

Der Sattel ist recht einfach gehalten und wird proprietär auf die Sattelstütze angeschraubt. Ich denke, man läßt diese Einheit einfach so wie sie ist oder tauscht beides aus.

Der Vorbau verfügt über eine konventionelle Klemmung und ist so in der Höhe verstellbar. Er verfügt über keinen sparaten Aufprallschutz, hat aber eigentlich auch nur abgerundete Kanten, sodass der Kontakt mit dem Vorbau nicht zwingend schmerzhaft sein muss. Der Lenker ist eine Art Kinderdownhilllenker in pink und kann in seinem Winkel verstellt werden. Die Griffe mit praktischen Seitenpuffern sind ebenfalls pink und bei unserem Modell bereits kaputt, was einiges über die Qualität aussagt. Es ist ja jetzt nicht so, dass Kinder zehntausende Kilometer auf so einem Laufrad runterreiten.

OK, und wo kann man das Teil jetzt pimpen?

Am meisten Potential steckt in den Laufrädern, weil die einfach sehr schlecht sind. Hier könnte man auf Laufräder mit Industrielagern wechseln, die dann vermutlich wesentlich leichter rollen. Die gibt es genau wie einen Satz schnellere Reifen Seifenkistenhandel zu kaufen: Rubena stellt einen Reifen her, der bis 100 km/h zugelassen ist und der komplett "Slick" ist. Er ist noch mal ein bisschen breiter und kann mit 4,8 bar gefahren werden. Ggf. könnte man ein Laufrad mit Trommelbremse besorgen und so eine Bremsfunktion realisieren. Das Bike hat an sonsten nämlich keine Vorbereitung für eine Bremse. Dass das bei einem 12"-Laufrad verzicht bar ist steht allerdings außer Frage.

Gewichtsmäßig sollte beim Tuning wenig möglich sein: Das mit Abstand schwerste am Rad ist vermutlich der fette Alurahmen

Fazit: Ein schickes und stabiles Laufrad mit schlechten Naben.

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