Samstag, 2. Mai 2026

600 km mit dem Tesla Model Y

 

Der Model Y Long Range schafft also tatsächlich die Reichweite, mit der er angegeben ist. Bei den gefahrenen 599,4 km waren dann noch 1,3% im Akku drin, und theoretisch sind dann noch so ca. 4% versteckte Reserve drunter. Aber man sollte sein Glück nicht zu sehr herausfordern, und man muss ja dann auch einne Ladesäule finden, die am Ende einer solchen Strecke liegt. In meinem Fall bin ich mit 100% an der AC-Ladesäule in Rüsselsheim losgefahren und nonstop bis nach Calais. Als ich losgefahren bin, habe ich erst mal die drei vorgeschlagenen Ladestopps entfernt, woraufhin mit das Navi -48% Ladezustand zur Anknuft prognostizierte. Das fährt sich dann sukzessive hoch, das habe ich schon öfters geübt, z.B. auf einer Fahrt nach München. Der Verbrauch hat sich dann auf bis zu 10,6 kWh eingeregelt. Es waren perfekte Bedingungen. Die Außentemperatur betrug tagsüber 22 °C, sodass der Akku vermutlich in einem sehr guten Bereich war. Gegen Abend - die Fahrt dauerte rund 8 Stunden - verringerte sich die Außentemperatur auf bis zu 13 °C und mit ihr ging der Verbrauch auf 10,95 kWh hoch. 

Wie muss man fahren für diesen niedrigen Verbrauch?

man muss sich mittelschnelle LKWs suchen. Also am besten die, die so um die 92 km/h fahren. Diese kleinen 3,5-Tonner, die teilweise über 100 fahren sind definitiv zu schnell. Also am besten sucht man sich den erstbesten LKW und fährt solange hinter ihm her, bis er von einem schnelleren LKW überholt wird. 

Der Abstands-Tempomat eignet sich leider nicht für so eine Challenge, weil der Abstand zum LKW zu hoch ist und man nicht optimal im Windschatten ist. Man muss also tatsächlich die ganze Zeit mit dem Gaspedal fahren, könnte aber theoretisch den Lenkomat drinlassen. Ich nenne es jetzt mal nicht Autopilot, weil es tatsächlich nur ein Abstandstempomat mit Spurhalteassistent ist.

Selbstverständlich kann man ohne Klimaanlage den Verbrauch deutlich optimieren. Ich muss sagen, ich kam mit dem einen Spalt weit geöffneten Fenster ganz gut klar, und dank der ANC-Kopfhörer von Apple konnte ich sogar gut telefonieren. Auf das Soundsystem habe ich während der Fahrt allerdings nicht verzichtet. 

Wie hoch war der Verbrauch wirklich?

Der "echte" Verbrauch zeigt sich beim Aufladen: Die Ladeverluste sind leider auch ein Teil der Wahrheit, genauso wie die Verluste, die der Tesla durch diverse Verbraucher beim Stehen mit aufschlägt. Nach dem Aufladen auf dem Carrefour-Parkplatz in Calais zeigte sich dann der echte Verbrauch: 12,48 kWh auf 100 km bzw. einen Gesamtverbrauch von 74,8 kWh  

Bringt das langsame Fahren etwas?

NEIN! Am besten fährt man den Tesla mit 120 bis 140 km/h. Dann verbraucht er rund das Doppelte, also so um die 25 kWh, und mit einem Laderegime 0%-50%-0% kommt man  jeweils gut 150 km. Man macht also so ca. alle 90 Minuten eine Pause, in der man 16 Minuten nachlädt. Oder noch besser lässt man die Langstrecke ganz sein, obwohl ich sagen muss, dass ich jetzt einige Fahrten über 1000 km unternommen habe, die deutlich weniger nervig waren als befürchtet. 

Sonst irgendwas optmiert?

Die original Radkappen sollen ja etwas zum Verbrauch beitragen, diese sind entsprechend drauf. Die Reifen selbst sind auf 3,4 bar, also rund 0,5 bar höher als der Bordcomputer empfiehlt. Ansonsten bin ich einfach gefahren, sogar das Beschleunigungsverhalten habe ich nicht auf "lässig" stehen. Und ich habe während der Fahrt so gut wie nicht gebremst, das heißt ich bin auch sehr vorausschauend gefahren und habe immer regenerativ gebremst. 

600 km trotz 85 Tkm auf dem Tacho

Der Akku hat jetzt schon 85000 km runter, ich habe auch schon eine gewisse Degradation gemessen. Als der Wagen neu war, hat er noch gut 80 kWh pro Vollladung aufgenommen, jetzt sind es noch knapp 76.


Also wären bei dieser Fahrweise mit fabrikneuem Akku vielleicht sogar 30 km mehr drin gewesen.  


 

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